Pflegenotstand in Bayern auch in Fürstenfeldbruck, in Landsberg am Lech und im Berchtesgadener Land

15. Dezember 2017

Pflegebedürftige und ihre Angehörigen finden in den Landkreisen Fürstenfeldbruck, in Landsberg am Lech und Berchtesgadener Land ebenso wie in ganz Bayern schlechte Bedingungen vor. Das ergab eine Anfrage des Abgeordneten Dr. Herbert Kränzlein beim Bayerischen Gesundheitsministerium.

So ist die Zahl der Pflegebedürftigen in ganz Bayern in den letzten acht Jahren gestiegen – von 104.278 im Jahr 2007 auf 114.582 im Jahr 2015 – die Zahl der Vollzeit Beschäftigten in der Pflege stieg nur von 32.867 auf 33.771.

Die Zahl der Pflegebedürftigen wird aufgrund des demographischen Wandels noch kräftig wachsen,“ kommentiert Kränzlein die Zahlen. „Wenn es nicht gelingt deutlich mehr junge Menschen für den Beruf der Pflegerin und des Pflegers zu gewinnen, steht uns ein unwürdiger Pflegenotstand bevor“, so Kränzleins düstere Prognose. „Wegen der Überbeanspruchung am Arbeitsplatz wechseln ausgebildete Fachkräfte innerhalb von 10 Jahren ihren Beruf.“

Bei der Kurzzeitpflege und der Tagespflege sind die Landkreise schlecht aufgestellt. Im Landkreis Fürstenfeldbruck gibt es 25, im Berchtesgadener Land nach Ministeriumsangaben ganze 17 dauerhafte Plätze für die Kurzzeitpflege, in Landsberg am Lech gar keine dauerhaften Plätze. Auch wenn das Gesundheitsministerium argumentiert, die Kurzzeitpflege würde nach Bedarf in den laufenden Betrieb im Pflegeheim integriert, so gibt es doch für pflegende Angehörige und Pflegebedürftige in diesem Landkreis nur diese wenigen sicheren Plätze.

In der Tagespflege steigen in ganz Oberbayern seit Jahren erfreulicherweise die Anzahl der Plätze. Doch gibt es in Fürstenfeldbruck 101, in Landsberg am Lech 73 und im Berchtesgadener Land nur 87 Plätze inklusive sogenannte „eingestreute Plätze“, also wiederum nicht sichere Plätze für die Tagespflege.

„Plätze für die Kurzzeit- oder die Tagespflege sind unglaublich wichtig, wenn Angehörige ihre Verwandten pflegen und einmal im Jahr eine Auszeit oder tagsüber eine Entlastung brauchen,“, erklärt Dr. Herbert Kränzlein. So könnte bei vielen Pflegebedürftigen ein Heimaufenthalt vermieden oder hinausgeschoben, ein möglichst selbstbestimmtes Leben so lange wie möglich erhalten werden.

“Leider zieht sich die CSU beim Thema Pflege komplett aus der Verantwortung und argumentiert, dass kein staatliches Eingreifen möglich sei“. Mit dieser Politikverweigerung wird sich die SPD nicht abfinden. Es ist die Aufgabe der Ministerin Huml zu überlegen, wie die Lage der Menschen verbessert werden kann.“