SPD-Anfrage offenbart: Einkommen in Bayern ist sehr ungleich verteilt

06. Dezember 2017

Die Einkommen in Bayern sind sehr ungleich verteilt. Das zeigt die Antwort der Staatsregierung auf eine SPD-Anfrage.

So haben die Menschen im Landkreis Fürstenfeldbruck nach Abzug von Steuern und Sozialleistungen durchschnittlich etwa 1.900 Euro weniger Geld im Jahr zur Verfügung als etwa der Durchschnitt in München.

Das durchschnittliche Einkommen im Landkreis Fürstenfeldbruck lag 2015 bei 25.261 Euro im Jahr und damit 1.895 Euro unter dem Durchschnittseinkommen von 27.156 Euro in der Landeshauptstadt. Bayernweit lag das Einkommen allerdings mit 25.261 Euro über dem bayerischen Durchschnitt von 23.658 Euro.

Im Landkreis Landsberg am Lech haben sie nach Abzug von Steuern und Sozialleistungen durchschnittlich etwa 2.800 Euro weniger Geld im Jahr zur Verfügung als etwa der Durchschnitt in München. Das durchschnittliche Einkommen dort lag im Jahr 2015 bei 24.344 Euro im Jahr und damit 2.812 Euro unter dem Durchschnittseinkommen von 27.156 Euro in der Landeshauptstadt. Bayernweit lag das Einkommen allerdings mit 24.344 Euro über dem bayerischen Durchschnitt von 23.658 Euro.

Im Landkreis Berchtesgadener Land hingegen haben die Menschen nach Abzug von Steuern und Sozialleistungen durchschnittlich fast 3.500 Euro weniger Geld im Jahr zur Verfügung als der Durchschnitt in Bayern von 23.658 Euro. Das durchschnittliche Einkommen im Landkreis Berchtesgadener Land lag im Jahr 2015 bei 22.429 Euro im Jahr und damit genau 3.439 Euro unter dem Durchschnittseinkommen in Bayern.

"Die Lebensverhältnisse in Bayern variieren immer noch sehr stark je nach Wohnort", fasst der SPD-Abgeordnete Dr. Herbert Kränzlein zusammen, Stimmkreisabgeordneter der Landkreise Fürstenfeldbruck und Landsberg am Lech sowie Betreuungsabgeordneter des Landkreises Berchtesgadener Land. "Das ist für die Entwicklung Bayern überaus negativ. Durch diese Ungleichheit zieht es immer mehr Menschen beispielsweise in die Metropolregionen, wodurch die dortigen Probleme wie Wohnungsnot und mangelnde Infrastruktur nur noch verstärkt werden. Ziel sollte eine möglichst gleichwertige Lebensqualität in allen Regionen Bayerns sein. Hier muss die Staatsregierung dringend gegensteuern! Insbesondere die Mieten steigen viel schneller als die Einkommen", so Kränzlein.

Gut bezahlte Jobs müssten vermehrt auch auf dem Land entstehen, unterstreicht Kränzlein und fordert die Staatsregierung diesbezüglich auf, endlich für flächendeckendes schnelles Internet zu sorgen. "Würden sich beispielsweise Startups und Internetfirmen auch auf dem Land ansiedeln, würde dies den Druck auf die Städte verringern."

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